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Geschwindigkeitsüberschreitung 2026: Bußgeld, Punkte und Fahrverbot

Ratgeber · Verkehrsrecht

Du wurdest geblitzt und willst wissen, was jetzt auf dich zukommt? Gib die gemessene Geschwindigkeit in den Rechner ein. Er zieht die Toleranz ab und zeigt dir Bußgeld, Gebühren, Punkte und ein mögliches Fahrverbot. Darunter findest du alle Tabellen nach dem Bußgeldkatalog und die Änderungen von 2026.

Zuletzt geprüft: 3. Oktober 2026 · von Hassan Amer · Quellen: Gesetze und Bundesgesetzblatt · Alle Auto-Ratgeber

Die kurze Antwort

Mit dem Auto kostet eine Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts 30 bis 800 € und außerorts 20 bis 700 €. Ab 21 km/h zu viel gibt es einen Punkt in Flensburg. Ein Fahrverbot droht innerorts ab 31 km/h und außerorts ab 41 km/h, bei Wiederholung schon ab 26 km/h. Vorher werden 3 km/h Toleranz abgezogen, über 100 km/h 3 %. Ab 60 € kommen 28,50 € Gebühren dazu: 21 km/h zu schnell innerorts kosten also 143,50 €. Die Bußgelder gelten unverändert seit November 2021.

Bußgeldrechner: Was kostet dein Blitzer?

74 km/h gemessen
nicht zu schnellVerwarnung, BußgeldPunkteFahrverbot

Der Rechner braucht JavaScript. Die Werte stehen auch in den Tabellen weiter unten.

Regelsätze nach Bußgeldkatalog, Tabelle 1, Stand 3. Oktober 2026. Toleranz wie bei Blitzer, Radar und Laser. Die Behörde kann im Einzelfall abweichen, zum Beispiel bei Vorsatz. Keine Rechtsberatung.

Was ist 2026 neu?

Die Bußgelder für zu schnelles Fahren sind seit dem 9. November 2021 gleich. 2026 haben sich aber drei Regeln drumherum geändert:

  • Verjährung jetzt sechs Monate (seit 1. Juli 2026): Ein Tempoverstoß verjährt erst nach sechs Monaten. Vorher waren es drei Monate, solange noch kein Bußgeldbescheid ergangen war. Viele Übersichten nennen noch die alte Frist.
  • Punktehandel verboten (seit 1. Juli 2026): Wer die Behörde darüber täuscht, wer gefahren ist, oder so etwas anbietet oder vermittelt, riskiert bis zu 30.000 € Bußgeld.
  • Beginn des Fahrverbots (seit 1. Juni 2026): Es wird spätestens einen Monat nach Rechtskraft wirksam. Wer in den zwei Jahren davor kein Fahrverbot hatte, bekommt weiter bis zu vier Monate Zeit.

Ausblick: Ab dem 26. November 2028 sollen Fahrverbote aus einem EU-Land in der ganzen EU gelten (Richtlinie (EU) 2025/2206).

Bußgeldtabelle innerorts (Pkw)

Die Werte gelten für Pkw, Motorräder und Wohnmobile bis 3,5 t, auch in Tempo-30-Zonen. Entscheidend ist das Ortsschild, nicht das Tempolimit.

km/h zu viel Bußgeld Mit Gebühren Punkte Fahrverbot
bis 10 30 € 30 €¹ 0 –
11–15 50 € 50 €¹ 0 –
16–20 70 € 98,50 € 0 –
21–25 115 € 143,50 € 1 –
26–30 180 € 208,50 € 1 nur bei Wieder­holung²
31–40 260 € 288,50 € 2 1 Monat
41–50 400 € 428,50 € 2 1 Monat
51–60 560 € 591,50 € 2 2 Monate
61–70 700 € 738,50 € 2 3 Monate
über 70 800 € 843,50 € 2 3 Monate

¹ Verwarnungsgeld: keine Gebühren, wenn du innerhalb einer Woche zahlst. Sonst folgt ein Bußgeldbescheid mit 28,50 € Gebühren. ² Wirst du innerhalb eines Jahres nach einem rechtskräftigen Bescheid erneut mit 26 km/h oder mehr geblitzt, gibt es in der Regel 1 Monat Fahrverbot.

Bußgeldtabelle außerorts (Pkw)

Außerorts heißt hinter dem Ortsschild, also auf Landstraßen und Autobahnen. Das gilt auch, wenn dort Tempo 50 vorgeschrieben ist.

km/h zu viel Bußgeld Mit Gebühren Punkte Fahrverbot
bis 10 20 € 20 €¹ 0 –
11–15 40 € 40 €¹ 0 –
16–20 60 € 88,50 € 0 –
21–25 100 € 128,50 € 1 –
26–30 150 € 178,50 € 1 nur bei Wieder­holung²
31–40 200 € 228,50 € 1 nur bei Wieder­holung²
41–50 320 € 348,50 € 2 1 Monat
51–60 480 € 508,50 € 2 1 Monat
61–70 600 € 633,50 € 2 2 Monate
über 70 700 € 738,50 € 2 3 Monate

¹ und ² wie bei der Tabelle für innerorts.

Mit Anhänger, Lkw und Wohnmobil über 3,5 t

Für Pkw mit Anhänger, Lkw und Wohnmobile über 3,5 t gelten höhere Sätze. Einen Punkt gibt es hier schon ab 16 km/h zu viel.

km/h zu viel Innerorts Außerorts
bis 10 40 € 30 €
11–15 60 € 50 €
16–20 160 € · 1 Punkt 140 € · 1 Punkt
21–25 175 € · 1 Punkt 150 € · 1 Punkt
26–30 235 € · 2 Punkte · 1 Monat Fahrverbot 175 € · 1 Punkt
31–40 340 € · 2 Punkte · 1 Monat Fahrverbot 255 € · 2 Punkte · 1 Monat Fahrverbot
41–50 560 € · 2 Punkte · 2 Monate Fahrverbot 480 € · 2 Punkte · 1 Monat Fahrverbot
51–60 700 € · 2 Punkte · 3 Monate Fahrverbot 600 € · 2 Punkte · 2 Monate Fahrverbot
über 60 800 € · 2 Punkte · 3 Monate Fahrverbot 700 € · 2 Punkte · 3 Monate Fahrverbot

Bis 15 km/h zu viel, aber länger als 5 Minuten oder mehr als zweimal nach Fahrtantritt: 160 € innerorts, 140 € außerorts und 1 Punkt.

Busse mit Fahrgästen und Gefahrgut-Transporte
km/h zu viel Innerorts Außerorts
bis 10 70 € 60 €
11–15 120 € · 1 Punkt 70 €
16–20 320 € · 1 Punkt 240 € · 1 Punkt
21–25 360 € · 2 Punkte · 1 Monat Fahrverbot 280 € · 1 Punkt
26–30 480 € · 2 Punkte · 1 Monat Fahrverbot 400 € · 2 Punkte · 1 Monat Fahrverbot
31–40 640 € · 2 Punkte · 2 Monate Fahrverbot 560 € · 2 Punkte · 1 Monat Fahrverbot
41–50 800 € · 2 Punkte · 3 Monate Fahrverbot 700 € · 2 Punkte · 2 Monate Fahrverbot
51–60 900 € · 2 Punkte · 3 Monate Fahrverbot 800 € · 2 Punkte · 3 Monate Fahrverbot
über 60 950 € · 2 Punkte · 3 Monate Fahrverbot 900 € · 2 Punkte · 3 Monate Fahrverbot

Bis 15 km/h zu viel, aber länger als 5 Minuten oder mehr als zweimal nach Fahrtantritt: 320 € innerorts, 240 € außerorts und 1 Punkt.

Wie viel Toleranz wird abgezogen?

Bei Blitzer, Radar und Laser zieht die Behörde bis 100 km/h 3 km/h ab, darüber 3 % der gemessenen Geschwindigkeit. Bruchteile werden zu deinen Gunsten aufgerundet. So werden Messfehler ausgeglichen. Erst danach wird die Überschreitung berechnet.

Beispiel Gemessen Abzug Vorgeworfen Folge
Tempo 50 innerorts 57 km/h 3 km/h 54 km/h, also 4 zu viel 30 € Verwarnungsgeld
Tempo 50 innerorts 74 km/h 3 km/h 71 km/h, also 21 zu viel 143,50 € mit Gebühren und 1 Punkt
Tempo 120 Autobahn 137 km/h 5 km/h (3 % sind 4,11, aufgerundet) 132 km/h, also 12 zu viel 40 € Verwarnungsgeld

Misst die Polizei, indem sie hinterherfährt, gelten je nach Gerät höhere Abzüge.

Was kostet es am Ende wirklich?

Bis 55 € gibt es ein Verwarnungsgeld. Zahlst du es innerhalb einer Woche, kommen keine Gebühren dazu. Ab 60 € folgt ein Bußgeldbescheid. Dann zahlst du zusätzlich eine Gebühr von 5 % des Bußgelds, mindestens 25 €, und 3,50 € für die Zustellung.

  • 16 bis 20 km/h zu viel innerorts: 70 € + 25 € + 3,50 € = 98,50 €
  • 21 bis 25 km/h zu viel innerorts: 115 € + 25 € + 3,50 € = 143,50 €
  • 51 bis 60 km/h zu viel innerorts: 560 € + 28 € + 3,50 € = 591,50 €

Viele Übersichten rechnen schon bei 10 km/h zu viel 28,50 € Gebühren dazu. Das stimmt nur, wenn du das Verwarnungsgeld nicht rechtzeitig zahlst.

Ab wann gibt es Punkte in Flensburg?

Mit dem Pkw gibt es ab 21 km/h zu viel einen Punkt. Zwei Punkte gibt es, wenn auch ein Fahrverbot vorgesehen ist: innerorts ab 31 km/h, außerorts ab 41 km/h. Mit Anhänger oder über 3,5 t gibt es schon ab 16 km/h einen Punkt. Ebenfalls 1 Punkt kostet das Handy am Steuer.

Ein Punkt wird nach zweieinhalb Jahren gelöscht, zwei Punkte nach fünf Jahren. Bei 4 oder 5 Punkten bekommst du eine Ermahnung, bei 6 oder 7 eine Verwarnung. Ab 8 Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen. Wann deine Punkte wieder verfallen, rechnet dir unser Punkte-Rechner aus.

Wann droht ein Fahrverbot?

  • Innerorts: ab 31 km/h zu viel 1 Monat, ab 51 km/h 2 Monate, ab 61 km/h 3 Monate.
  • Außerorts: ab 41 km/h zu viel 1 Monat, ab 61 km/h 2 Monate, über 70 km/h 3 Monate.
  • Wiederholung: Wirst du innerhalb eines Jahres nach einem rechtskräftigen Bescheid erneut mit 26 km/h oder mehr geblitzt, gibt es in der Regel 1 Monat Fahrverbot.

Das Fahrverbot beginnt spätestens einen Monat nach Rechtskraft. Hattest du in den zwei Jahren davor kein Fahrverbot, darfst du den Beginn innerhalb von vier Monaten wählen. Nur in Ausnahmefällen verhängt die Behörde statt des Fahrverbots ein höheres Bußgeld.

Geblitzt in der Probezeit

Gibt es für den Verstoß einen Punkt, ist er in der Probezeit ein schwerer Verstoß (A-Verstoß). Mit dem Pkw ist das ab 21 km/h zu viel der Fall. Die Folgen:

  1. Erster A-Verstoß: Du musst ein kostenpflichtiges Aufbauseminar besuchen. Die Probezeit verlängert sich von zwei auf vier Jahre.
  2. Zweiter A-Verstoß: Du bekommst eine schriftliche Verwarnung und die Empfehlung, innerhalb von zwei Monaten eine verkehrspsychologische Beratung zu machen.
  3. Dritter A-Verstoß: Die Fahrerlaubnis wird entzogen.

Bis 20 km/h zu viel mit dem Pkw bleibt es auch in der Probezeit beim normalen Verwarnungs- oder Bußgeld.

So läuft es nach dem Blitzer ab

  1. Anhörungsbogen oder Zeugenfragebogen: Meist kommt zuerst ein Brief an den Halter. Angaben zu deiner Person musst du machen. Zum Vorwurf musst du dich nicht äußern.
  2. Bußgeldbescheid: Er nennt Bußgeld, Gebühren, Punkte und ein mögliches Fahrverbot.
  3. Zwei Wochen Einspruchsfrist: Ab der Zustellung hast du zwei Wochen Zeit. Danach wird der Bescheid rechtskräftig.
  4. Rechtskraft: Jetzt werden die Punkte eingetragen, und das Fahrverbot läuft an.

Wie lange es bis zum ersten Brief dauert, ist unterschiedlich. Oft sind es einige Wochen. Seit dem 1. Juli 2026 verjährt der Verstoß nach sechs Monaten, wenn die Behörde in dieser Zeit nichts unternimmt.

Lohnt sich ein Einspruch?

Ein Einspruch kann sich lohnen, wenn viel auf dem Spiel steht, zum Beispiel ein Fahrverbot, Punkte in der Probezeit oder ein hoher Betrag. Häufige Ansatzpunkte sind Messfehler, ein unscharfes Foto oder eine falsch abgezogene Toleranz. Für die Prüfung braucht man die Messunterlagen, die meist ein Anwalt anfordert. Ohne Rechtsschutzversicherung trägst du die Kosten selbst, wenn der Einspruch scheitert.

Eine Rechtsschutzversicherung zahlt nur für Fälle nach Vertragsbeginn. Für einen Bescheid, den du schon hast, hilft ein neuer Vertrag also nicht. Für die Zukunft kannst du Verkehrsrechtsschutz vergleichen*.

Häufige Fragen

Was kostet 20 km/h zu schnell?

Innerorts 70 €, mit Gebühren 98,50 €. Außerorts 60 €, mit Gebühren 88,50 €. Punkte und Fahrverbot gibt es dafür nicht.

Ab wie viel km/h zu schnell gibt es einen Punkt?

Mit dem Pkw ab 21 km/h zu viel, innerorts und außerorts. Zwei Punkte gibt es, wenn auch ein Fahrverbot vorgesehen ist: innerorts ab 31 km/h, außerorts ab 41 km/h.

Ab wann ist der Führerschein weg?

Innerorts ab 31 km/h zu viel für einen Monat, außerorts ab 41 km/h. Wer innerhalb eines Jahres nach einem rechtskräftigen Bescheid erneut 26 km/h oder mehr zu schnell ist, bekommt in der Regel ebenfalls einen Monat Fahrverbot.

Wie viel Toleranz wird beim Blitzer abgezogen?

Bis 100 km/h werden 3 km/h abgezogen, darüber 3 % der gemessenen Geschwindigkeit. Bruchteile werden zu deinen Gunsten aufgerundet.

Wird man mit 57 in einer 50-Zone geblitzt?

Das kann passieren. Nach Abzug der Toleranz bleiben 54 km/h, also 4 km/h zu viel. Innerorts kostet das 30 € Verwarnungsgeld ohne Gebühren. Ab welcher Geschwindigkeit ein Blitzer auslöst, legt die jeweilige Behörde fest.

Gilt in der Tempo-30-Zone eine andere Tabelle?

Nein, dort gilt die Tabelle für innerorts. 22 km/h zu viel kosten also 115 €, mit Gebühren 143,50 €, und einen Punkt.

Wie lange dauert es, bis der Brief vom Blitzer kommt?

Meist kommt der erste Brief nach einigen Wochen. Seit dem 1. Juli 2026 verjährt ein Tempoverstoß nach sechs Monaten, wenn die Behörde bis dahin nichts unternimmt. Vorher waren es drei Monate.

Muss ich sagen, wer gefahren ist?

Als Halter musst du nur Angaben zu deiner Person machen. Wenn du dich oder nahe Angehörige belasten würdest, musst du zum Fahrer nichts sagen. Findet die Behörde den Fahrer nicht, kann sie ein Fahrtenbuch anordnen. Wer sie über den Fahrer täuscht, riskiert seit Juli 2026 bis zu 30.000 € Bußgeld.

Was passiert, wenn ich in der Probezeit geblitzt werde?

Ab einem Punkt, mit dem Pkw also ab 21 km/h zu viel, ist es ein A-Verstoß. Dann folgen ein Aufbauseminar und die Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre. Bis 20 km/h zu viel bleibt es beim normalen Bußgeld.

Kann ich ein Fahrverbot in ein höheres Bußgeld umwandeln?

Nur in Ausnahmefällen. Dann wird das Bußgeld angemessen erhöht. Ob das möglich ist, entscheiden die Behörde oder das Gericht im Einzelfall.

Quellen

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